Findelkinder: Was kann ich tun? - Kleintierpraxis am Westring: Service PLUS für Katzen

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Findelkinder: Was kann ich tun?

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Besonders in der Zeit von Mai bis August werden bei mir immer wieder Jungvögel vorgestellt, die oft kläglich piepsend, gar nicht scheu und auf den ersten Blick von den Eltern verlassen aufgefunden wurden. Die allermeisten dieser Tiere sind nicht aus dem Nest gefallen! Viele Singvögel verlassen das Nest, bevor sie richtig fliegen können und werden dann von den Eltern über einen Zeitraum von bis zu 14 Tagen weiter versorgt. Diese Tiere nennt man "Ästlinge". Vor allem die Drosseln und Amseln machen sich dabei durch laute Bettelrufe bei ihrem Vogeleltern bemerkbar und sehen deshalb für uns Menschen sooo alleingelassen aus.

Die Probleme fangen für diese Vögel allerdings erst an, wenn sich ein Mensch Ihrer annimmt: Die Todesrate bei "künstlicher" Aufzucht ist erschreckend hoch, selbst bei Fachleuten überleben im Schnitt nur 30 % der aufgenommenen Jungvögel. Schon allein die Anwesenheit eines Menschen führt ja automatisch dazu, daß die Fütterung für längere Zeit unterbrochen werden muß: der Beobachter gewinnt den Eindruck, daß das Vogeljunge verlassen wurde - und zwar umso eindringlicher, je länger er durch seine Beobachtung die Vogeleltern stört. Also:

 

wer so in der Natur herumsitzt, der sollte da auch sitzenbleiben!

Kein Problem hingegen ist es, junge Vögel von der Straße zu nehmen und an sicherer Stelle wieder abzusetzen! Von Menschen berührte Junge werden von den Eltern problemlos akzeptiert (das gilt auch für Vögel, die aus dem N
est gefallen sind!)

Jungvögel mit sehr lückenhaftem Federkleid, teils sogar noch in den Federkielen, hingegen sind mit Sicherheit aus dem Nest gefallen oder von Nesträubern herausgeworfen worden. Wenn es nicht gelingt, solche Vögel wieder in ihr Nest zurückzuverfrachten, ist dies ein Grund, den Vogel mitzunehmen und zuhause aufzuziehen. Aufziehen könen Sie einen Vogel allerdings nur, wenn Sie von Sonnenaufgang bis Sonnenuntergang im Abstand von 1/4 bis 2 Stunden (je nach Art und Alter des Pfleglings) füttern können
. Deshalb ist die Vogelaufzucht nichts für:

  •    Schüler

  •    Berufstätige

  •    Leute, die in 2 Wochen in Urlaub fahren

  •    Kinder, die den Vogel nicht mit nach Hause bringen dürfen

  •    Langschläfer u.v.a.m.


In professionelle Hände gehören: Eulen und Kauze, Greifvögel, Schwäne, Schwalben und Mauersegler. Schauen Sie hier
nach Ansprechpartnern!

 

Die Wildvogelstation Marburg hat eine ebenso pfiffige wie praktische Anleitung zur Vogelaufzucht verfaßt, auf die wir hier gern verweisen. Aus tierärztlicher Sicht ist die dort vorgestellte Methode sicher erfolgversprechender, als viele akademische Ratschläge!

 
 
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