Wissenswertes zur Kaninchenhaltung - Kleintierpraxis am Westring: Service PLUS für Katzen

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Wissenswertes zur Kaninchenhaltung

Zuhause > Tierhaltung

Ein paar Daten
Geburtsgewicht: 40 - 50 g
Wurfgröße: 6 - 8 (1-12 sind möglich
)
Säugezeit: 4 - 8 Wochen
Geschlechtsreife: 4 - 5 Monate
Trächtigkeitsdauer: 30 - 35 Tage
Anzahl der Würfe/Jahr: 3 - 7
(für Zuchtkaninchen nicht mehr als 2/Jahr)
Durchschnittsalter: 6 - 8 Jahre
Höchstalter: 15 Jahre
Gewicht (ausgewachsen): je nach Rasse:
Zwergkaninchen 1-2,5 kg, Großrassen bis
7kg

Haltung
Ein Kaninchen wird leicht zahm, wenn man sich ausreichend mit ihm beschäftigt. Es ist von Natur aus neugierig, aber nicht sehr mutig und ergreift schnell die Flucht. Die Mindestgröße des Käfigs für ein Tier (Zwergkaninchen) beträgt 80 x 70 x 45 cm. Ein Käfig sollte gut zu reinigen sein und immer peinlich sauber gehalten werden.
Unerlässlich ist es aber, dem Tier zusätzlich Auslauf zu gewähren. Dabei sollte der Boden am besten griffig sein. Das Bewegungsbedürfnis von Kaninchen ist auch nicht wesentlich kleiner als das von beispielsweise Katzen: eine Käfighaltung ist also auf jeden Fall ein ziemlich fauler Kompromiss. Ein Gehege, ob drinnen oder draußen, von etwa 2 m² Fläche ist auf jeden Fall die bessere Lösung. Kaninchen sind empfindlich gegen große Hitze, Zugluft und Nässe. So wie ein Wildkaninchen sich in seinem Bau sicher fühlt, so hätte auch ihr Freund gern einen Platz zum Unterschlüpfen: ein Häuschen oder noch lieber gaaanz viel Heu. Natürlich gehört zur Käfigausstattung auch eine Selbsttränke, damit immer die Möglichkeit zum Trinken besteht. Zwei Kaninchen brauchen mehr Platz als eins. Jedes Tier beansprucht ein gewisses Territorium und untereinander stellen sie bald eine Rangordnung her. Zwei weibliche Tiere vertragen sich in der Regel nur gut, wenn sie bereits als Jungtiere aneinander gewöhnt werden. Zwei Rammler beginnen spätestens nach Erreichen der Geschlechtsreife sich erheblich zu bekämpfen. Zwei Tiere getrennten Geschlechts vermehren sich. Eine gute Möglichkeit, diese Probleme zu lösen, besteht darin, beide Geschlechter kastrieren zu lassen.

Ernährung
Das Grundnahrungsmittel eines Kaninchens ist Heu. Gerne nimmt es verschiedenes Gemüse, Obst oder Grünfut
ter dazu. Falls nicht genug Vitamine mit dem Futter aufgenommen werden, oder bei erhöhtem Bedarf, kann es sinnvoll sein, zusätzlich ein Vitaminpräparat zu geben. Körnerfutter oder Brot sollten nur in geringen Mengen angeboten werden und führen nicht selten bei Heimtieren zu erheblichen Verdauungsstörungen, Zahnproblemen und Verfettung.

Ein neues Kaninchen
Die Umstellung auf eine neue Umgebung, neue Menschen oder auch Tiere stellt für ein Kaninchen eine große Belastung dar. Deshalb sollten Sie gerade in der ersten Zeit versuchen, dem Tier jede vermeidbare Beunruhigung zu ersparen. Beobachten Sie es genau und beschäftigen Sie sich in Ruhe mit ihm. Bevor Sie es mit Ihrem "alten" Kaninchen zusammenbringen, sollten Sie sicher sein, dass
es nicht krank ist. Gerade junge Tiere aus einem Zoogeschäft sind gefährdet. Achten Sie besonders auf sein Fell, eventuellen Juckreiz und auf seinen Appetit und seine Verdauung. Leider stellt man nicht selten einen Befall mit Kokzidien (Darmparasiten), eine Hautpilzinfektion oder einen Befall mit Hautparasiten fest. Nasenausfluss kann der Beginn eines Kaninchenschnupfens sein, der leicht chronisch wird. Je früher eine Behandlung den Symptomen entgegenwirken kann, desto besser für das Kaninchen und für Sie.

Das ausgewachsene Kaninchen
Ein Problern des älteren Kaninchens sind Fehlstellungen der Zähne. Die Zähne eines Kaninchens wachsen zeitlebens nach und müssen durch die Kaubewegungen aneinander abgenutzt werden. Schiefe Zähne werden ungleichmäßig abgeschliffen und bilden scharfe Kanten und Spitzen, die sich schmerzhaft ins Zahnfleisch oder die Zunge bohren können. Kein Wunder wenn ein Tier dann nichts mehr kauen mag und zum Schluss
das Fressen ganz verweigert. Auch hier muss schnell geholfen werden, denn die Folgen sind Ernährungsstörungen bis hin zum Tod durch Verhungern.

Myxomatose
Die Myxomatose wird durch ein Virus (Orthopoxvirus) ausgelöst. Die Wildkaninchenbestände überall in Europa und anderen Teilen der Welt sind betroffen. Wenn sich die Wildkaninchen stärker vermehren, flammt meistens kurz darauf die Seuche wieder auf.Ansteckung: Die Übertragung von Tier zu Tier erfolgt durch blutsaugende Insekten (Mücken, Zecken, Milben, Flöhe), besonders in den Sommermonaten. Der Transport der Insekten geschieht nicht selten über Heu und Grünfutter.

Das Krankheitsbild
Krankheitsanfällig sind Tiere aller Altersgruppen. Das typische Krankheitsbild entwickelt sich innerhalb von 3-7 Tagen. Es entstehen Schwellungen an den Ohren, den Augen, Nasen- und Maulöffnung und an den Genitalien, häufig auch mit Eiterbildung. Dazu kommen Benommenheit, Futterverweigerung, Kräfteverfall und Tod nach 7- 10-tägiger Krankheitsdauer bei fast allen erkrankten Tieren. Nur kraftige Tiere, bei denen die Krankheit milder verläuft, genesen eventuell.Eine Behandlung gegen das Myxomatosevirus gibt es nicht. Betroffene Tiere sollten wegen der quälenden Symptome eingeschläfert werden.

vorbeugende Maßnahmen
Die Bekämpfung der Myxomatose erfolgt in erster Linie durch eine Irnpfung, durch die ein Schutz von 6 - 12 Monaten erreicht wird. Da die Übertragungsgefahr mit Eintritt der Sommermonate beginnt, sollte eine Impfung zweckmäßigerweise in den Frühjahrsmonaten durchgeführt werden.

RHD- Chinaseuche
Die RHD (engl. rabbit haemorrhagic disease = Blutungskrankheit der Kaninchen) wird auch Chinaseuche genannt, weil sie zuerst in China aufgetreten ist. Der Erreger ist ein Calicivirus.

Ansteckung
Die Krankheit ist hochansteckend. Die Tiere stecken sich untereinander an. Es ist aber auch eine indirekte Übertragung möglich über Menschen, Gegenstände wie Käfige, Futtergefäße, Einstreu und über die Luft.

Krankheitsverlauf
Die Zeit zwischen Ansteckung und Krankheitsausbruch beträgt 1-3 Tage. Tiere unter 6 Wochen scheinen unempfindlich zu sein. Bei älteren Tieren sind drei Verlaufsformen möglich: 1. Plötzlicher Tod mit Schreien und Krämpfen und blutigem Schaum aus den Nasenlöchern. 2. Unspezifische Symptome, wie Mattigkeit, Appetitlosigkeit und Fieber. Später kommt es zu verstärkter Atmung, Blutungen aus der Nase und blutigem Urin und Kot. Schließlich sterben die Tiere innerhalb weniger Tage. 3. Eine milde Verlaufsform führt bei den Tieren lediglich zu Appetitlosigkeit und leichter Benommenheit, die nach einigen Tagen abklingt und die Tiere gesunden lässt. Ähnliche Symptome können auch bei anderen Krankheiten auftreten. Eine genaue Diagnose ist nur durch Untersuchung eines toten Tieres zu stellen. Eine Behandlung gegen die RHD gibt es nicht.

vorbeugende Maßnahmen
Gegen die RHD gibt es eine Schutzimpfung. Nach einer Injektion sind die Tiere für etwa ein Jahr geschützt, danach muß eine Auffrischung erfolgen. Impffähig sind gesunde Tiere ab einem Alter von 6 Wochen. Bei Austellungen von Rassekaninchen ist die Schutzimpfung vorgeschrieben.

 
 
 
 
 
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