Kaninchenkrankheiten - Kleintierpraxis am Westring: Service PLUS für Katzen

Direkt zum Seiteninhalt

Hauptmenü:

Kaninchenkrankheiten

Tierkrankheiten

Fliegenmadenbefall

Die Schmeißfliege hat poetische Namen, Goldfliege oder Lucilia, ist aber ein eiskalter Tyrann. Sie legt Ihre Eier nämlich ins Fell anderer Tiere; das sind bei meinen Patienten in der Regel die Igel und die Kaninchen.
Innerhalb von einigen Stunden tummeln sich dann die aus den Eiern geschlüpften Larven auf dem Tier und fressen sich durch die Haut in ihren Wirt. Diese schwerwiegende Erkrankung nennt sich Myiasis.
Bei den Kaninchen ist besonders die Analregion betroffen; sind die Fliegenmaden durch die Schleimhaut des Darms in die Bauchhöhle vorgedrungen, dann sterben die Tiere. Von der Infektion bis zum lebensbedrohlichen Befall vergeht noch nicht mal ein Tag!
Kaninchen sind auch deshalb viel stärker betroffen als andere Säugetiere, weil sie die Angewohnheit haben, reglos auf einer Stelle zu kauern, wenn es ihnen nicht gut geht. Damit bieten sie der grünlich schimmernden, gar nicht goldigen Schmeißfliege einen prima Anflugplatz.

Jeder, der sich schon einmal mit Hunderten wimmelnder Fliegenmaden herumschlagen musste, weiß, wie schmerzhaft die Prozedur für den Patienten und wie ekelig das Madensammeln für alle anderen Beteiligten ist. – Nie wieder!

 
 

Exklusiv in der Kleintierpraxis am Westring haben wir ab sofort für Sie einen Fliegenschutz für Ihr Kaninchen mit einer Wirkungsdauer von 4 Monaten: eine Behandlung reicht für den ganzen Sommer! Der Schutz kostet maximal € 19,99 und ist für Ihr Kaninchen gut verträglich. Das Präparat mit dem Wirkstoff Dicyclanil wird von mir einfach auf das Fell gesprüht.

Ein weiteres Problem im Sommer: Hitzschlag!

Kaninchen sind Höhlenbewohner. Ihre Wärmeregulierung kennt weder nennenswertes Schwitzen noch Hecheln: Die Tiere verkriechen sich in ihrer natürlichen Lebensumgebung einfach unter die Erde. Das klappt als Käfigtier natürlich überhaupt nicht. Fazit: Wird es unter dem Dach oder im Hof, auf der Wiese oder im Kaninchenstall warm, dann erwärmt sich das Kaninchen wie ein wechselwarmes Krokodil gleich mit. Wird es zu heiß, dann droht ein Hitzschlag.
Vermeiden Sie also auf jeden Fall direkte Sonneneinstrahlung im Kaninchenkäfig und achten Sie auf die Temperaturen: Ab
29 °C wird es auch im Schatten gefährlich!
Vorbeuge: Bi
eten Sie Kühlung in Form von Kühlakkus, kalten Getränken etc. an. Befeuchten Sie das Fell der Tiere regelmässig mit kaltem Wasser. Ein Sonnenschirm hilft kaum, Eiswürfelberge dagegen schon: Holen Sie sich einen Beutel Eiswürfel von der nächsten Tankstelle und machen Sie aus Ihren Kaninchen Pinguine. Sie werden sehen: Die Tiere setzen sich freiwillig ins Eis.

Die Frühsymptome sind eher unspezifisch für einen heißen Sommer: Di
e Tiere kauern, bewegen sich schwerfällig, oft auch torkelig. Schließlich folgt der Kreislaufkollaps: Die Kaninchen können nicht mehr stehen, kippen um. Hier hilft nur noch schnelle Aktion: Tiere mit kalten Tüchern einschlagen und ab zum Tierarzt.

Zahnkrankheiten

Kaninchen gehören nicht zu den Nagetieren wie z.B. Ratten, Goldhamster oder Meerschw
einchen, sondern wie Hasen zu den Hasenartigen (Lagomorpha). Die Hasenartigen haben hinter dem gut sichtbaren Schneidezahnpaar im Oberkiefer noch ein weiteres, wesentlich kleineres Paar dahinter. Im Unterkiefer haben Kaninchen nur 2 Schneidezähne. Außerdem besitzen sie 6 Backenzähne auf jeder Seite im Oberkiefer und 5 Backenzähne auf jeder Seite im Unterkiefer.

Die Zähne der Hasen und Kaninchen wachsen lebenslang nach. Kaninchen kauen ihr Futter nicht wie Menschen,
sondern sie zermahlen es durch seitliche Bewegungen der Kiefer. Dadurch wird das Futter zerkleinert und die Zähne werden ständig abgerieben.

Bekommen Kaninchen ihr natürliches Futter, nämlich Heu, Stroh und Grünfutter, so müssen sie mit ihren Zähnen kräftig arbeiten, um das Futter zu zerkleinern. Dadurch wird ein stetiger Abrieb der Zähne gewährleistet.

Werden Kaninchen dagegen vorwiegend mit Kraftfutter oder Pellets gefüttert, geschieht zweierlei: Z
um einen ist dieses Futter so energiereich, dass eine geringe Futteraufnahme genügt um das Tier satt zu machen, zum anderen wird das Futter nicht zermahlen. Die Folge davon: Die Backenzähne werden nicht mehr genügend gegeneinander gerieben, es bilden sich Zahnspitzen, die sich in die Zunge oder in die Backenschleimhaut bohren.

Das tut ganz schön weh und darum stellen dann auch die meisten Kaninchen das Fressen ein oder fressen nur noch wenig.

Bei manchen Kaninchen, v.a. bei den Zwergrassen kommt es auch gar nicht so selten zum Überwachsen der Schneidezähne. Diese können sich ebenfalls in die Maulschleimhaut bohren.

Das Problem der überwachsenen Backenzähne läss
t sich durch artgerechte Haltung und Nahrung verhindern. Das artgerechteste, weil natürlichste Futter für Kaninchen ist: Heu und nochmals Heu sowie Stroh, dazu frisches Grünfutter.

Kaninchen brauchen kein Kraftfutter, keine Grünrollis und keine Milchdrops!!
Wenn es aber bereits zu Störungen der Zähne gekommen ist, braucht das Tier umgehend
tierärztliche Hilfe.

Verdauungsstörungen
Kaninchen sind reine Pflanzenfresser. Sie haben einen einhöhligen Magen und einen sehr großen Blinddarm. In diesem Blinddarm wird die pflanzliche Nahrung durch Bakterien verdaut. Der Blinddarmkot, der dabei entsteht, ist sehr vitaminreich und enthält die lebensnotwendigen Bakterien. Kaninchen fressen diesen schwarzglänzenden, weichen Kot vorzugsweise nachts, so dass
man diesen Kot eigentlich nie sieht.

Durchfall
Hierbei ist der Kot nicht mehr geformt und trocken, sondern breiig bis flüssig. Oft sind der Po sowie die Hinterläufe der Tiere kotverschmutzt. Die Ursachen für Durchfall sind vielfältig: falsches Futter, bakterielle Infektionen, Magen-Darm-Parasiten. Eine tierärztliche Untersuchung ist in jedem Fall anzuraten.

"Verstopfung"
Manchmal fällt dem Kaninchenbesitzer auf, dass keine Kotballen im Käfig zu finden sind. Je nach Ursache dieser "Verstopfung" zeigen die Tiere ein mehr oder weniger schlechtes Allgemeinbefinden.

Eine mögliche Ursache ist die Anschoppung im Blinddarmbereich, die sogenannte Trommelsucht:
Der Bauch ist aufgebläht und tut weh, die meisten Tiere stellen das Fressen ein.

Magenaufgasung
Kaninchen sind von Natur aus Grasfresser. Die richtige Ernährung ist also im jeden Fall eine auf Gras basierte Ernährung: drinnen Heu, draußen Gras von der Wiese. ABER:

Kaninchen haben eine mikrobiell basierte Verdauung. Das bedeutet,
die Darmflora muss die zellulosereiche Nahrung verarbeiten, bevor der Kaninchendarm die Nahrungsbestandteile resorbieren kann. Und: jede Nahrung braucht eine etwas anders zusammengesetzte Darmflora. Der Grund, warum wir einen Blähbauch bekommen, wenn wir im Herbst die erste Portion Grühnkohl essen: Die Darmflora gerät aus dem Gleichgewicht, die gasbildenden Darmbakterien gewinnen kurzfristig die Oberhand und tun das, was sie nun mal so tun müssen - sie produzieren Gas.

Kaninchen bekommen ebenfalls einen Blähbauch, wenn sie abrupt von einer Futtersorte auf die andere umgestellt werden: auch von Heu auf Gras, obwohl es sich ja technisch um das gleiche Futtermittel handelt. Aber auch hier muss sich die Darmflora erst langsam über einen Zeitraum von ca. einer Woche umgewöhnen, sonst bläht´s!

Beim Kaninchen bläht es vor allem im Magen und in den Blinddärmen. Und das ist umso gefährlicher, je höher die Außentemperaturen sind:

Da das Kaninchen seine Körpertemperatur schlechter konstant halten kann als andere Säugetiere, sich also im Sommer erwärmt, beschleunigt sich auch die mikrobielle Verdauung im Darm um ein Vielfaches.
Gase entstehen hier so schnell, dass der ohnehin träge Kaninchendarm damit nicht fertig wird. Die Gase werden nicht abgeführt, sondern sammeln sich im Magen und blähen diesen auf. Innerhalb weniger Stunden so weit, dass die benachbarten Blutgefäße (das sind die Hohlvene und die Hauptschlagader) abgeschnürt werden. Kreislaufkollaps und rascher Tod sind die Folge.

Eine Magenaufgasung ist ein absoluter Notfall!
Ohne tierärztliche Hilfe stirbt der Patient innerhalb von einigen wenigen Stunden.

Vorbeuge: V
or dem Umstellen auf die Außensaison dem Tier über eine Woche geringe, aber steigende Mengen frisches Gras  zum Heu dazufüttern, um die Darmflora zu trainieren.
Tiere 2 x täglich hochheben, umdrehen (s. Madenbefall) und die Köttel kontrollieren: normal große, trockene, faserreiche Köttel sprechen für einen normale Verdauung.

Haarballenbildung
Kaninchen wechseln alle 3 Monate ihr Fell. Sie putzen ihr Fell wie die Katzen, können die Haarballen aber nicht ausbrechen. Diese liegen dann wie Steine im Magen, als Folge kann es ebenfalls zu einer Magenüberladung kommen. Zur Vorbeuge sollten Sie Ihr Kaninchen regelmäßig kämmen.


Blasenerkrankungen
Kaninchen leiden gar nicht so selten an Blasenerkrankungen, die dem Besitzer dadurch auffallen, dass
die Tiere häufig Urin absetzen, u.U. ist der Urin auch verfärbt. Je nachdem, wie schmerzhaft die Erkrankung ist, stellen die Tiere auch das Fressen ein. Die möglichen Ursachen einer Blasenerkrankung: bakterielle Infektionen, Harngries, Blasensteine. Eine tierärztliche Untersuchung ist dringend anzuraten, am besten gleich Urin mitbringen.

Manchmal tritt auch eine harmlose Rotfärbung des Urins auf, die z.T. fütterungsbedingt ist. Hierbei urinieren die Tiere jedoch ganz normal und sind vom Allgemeinbefinden her ungestört. Bei Zweifeln, ob es eine krankhafte Verfärbung ist oder nicht, wird der Tierarzt den Urin untersuchen.

 

Infektionskrankheiten
Es gibt eine Vielzahl von bakteriellen, parasitären und viralen Infektionen beim Kaninchen, die je nachdem, welche Körperorgane betroffen sind, unterschiedliche Symptome hervorrufen. Vorbeugende Impfungen gibt es gegen Myxomatose und RHD.

Kaninchen sind - völlig zu Unrecht - die Stiefkinder der Impffürsorge: nur wenige Tiere sind geimpft, obwohl Kaninchen großen, tödlichen Gefahren durch die beiden Seuchen ausgesetzt sind. Ich möchte meinen Beitrag dazu leisten, das zu ändern!

Myxomatose
Dies ist eine Pockenviruserkrankung, auch "Kaninchenpest" genannt, die v.a. bei Wildkaninchen seuchenartig auftritt, und zwar im Frühjahr und im Sommer. Die Übertragung des Krankheitserregers erfolgt durch blutsaugende Insekten (Mücken, Flöhe, Zecken). Die Krankheitssymptome treten ca. 3 bis 5 Tage nach Ansteckung auf. Zunächst sind die Augenlider gerötet und geschwollen, die Augen zeigen weißlichen Ausfluss. Innerhalb kurzer Zeit schwellen auch die anderen sichtbaren Körperschleimhäute (Nase, Lippen, Genitalbereich) an. Die Tiere fressen nicht mehr. Eine Behandlung dieser Erkrankung gibt es nicht, wenn die Krankheit ausgebrochen und erkannt ist, sollte das Tier eingeschläfert werden, um ihm Leiden zu ersparen.
Vorbeugung: Eine halbjährliche Impfung (Frühjahr und Herbst) schützt die Tiere vor der Ansteckung.

RHD = Rabbit Haemorrhagic Disease = Blutungskankheit der Kaninchen
Diese Virusinfektion trat Mitte der 80er Jahre zuerst in China auf, daher auch der Name "Chinaseuche". Sie grassiert seit Anfang der 90er Jahre auch im Erftkreis. Die Ansteckung erfolgt von Tier zu Tier, aber auch über Futter, Einstreu, Futtergefäße. Die RHD ist eine hochansteckende Erkrankung, bei der die Tiere Stunden bis Tage nach der Ansteckung sterben. Erkennbare Symptome sind Appetitlosigkeit, hohes Fieber, Blutungen aus den Körperöffnungen. Eine Heilung oder Behandlung gibt es nicht.
Vorbeugung: Eine jährliche Impfung schützt die Tiere vor Ansteckung. Geimpft werden können Tiere ab 6. Lebenswoche. Bei Ausstellungstieren ist die Schutzimpfung vorgeschrieben.

Sexuelle Überaktivität
Diese Praxis setzt sich besonders für die Kastration der weiblichen Kaninchen und Meerschweinchen ein: bei diesen Tierarten kommt es besonders häufig zu extremen Dauerrolligkeiten mit  z.T. extremen Gefährdungslagen (Hormonelle Störungen, Fellverlust, Verhaltensstörungen bis zur Aggressivität, erhöhte Blutungsneigung, Sturzblutungen aus der Gebärmutter, massiven, teilweise lebensgefährlichen Eierstockszysten). Es ist eigentlich nicht einzusehen, warum gerade bei diesen Tierarten von der Operation wegen angeblich erhöhter OP-Risiken abgesehen wird: Kaninchen und Meerschweinchen fallen in der Statistik in meiner Praxis in puncto Narkoserisiken überhaupt nicht negativ auf, die Narkosen verlaufen unauffällig wie bei Hund und Katze auch. Unsere Narkoserezepte sind speziell auf diese Tierarten abgestimmt, sodass wir alles in allem die Operation mit der gleichen Sicherheit wie bei Hund und Katze anbieten können.



 
 
 
 
 
 
Zurück zum Seiteninhalt | Zurück zum Hauptmenü