Wenn ein Baby ins Haus kommt - Kleintierpraxis am Westring: Service PLUS für Katzen

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Wenn ein Baby ins Haus kommt

Zuhause > Tierhaltung

Originaltext von Leesa Tenney
Übersetzung von Dr. Miriam Steiner


Die Geburt eines Babies ist immer ein wundervolles, freudiges Ereignis für die Familie. Ein Familienmitglied jedoch braucht jetzt besondere Aufmerksamkeit und viel Verständnis, um mit dem Zuwachs klarzukommen: das Haustier.

Vor allem Hunde finden es verwirrend und bedrohlich, wenn plötzlich ein Baby auftaucht. Denn Hunde haben ihr eigenes Sozialverhalten: In ihrer Hierarchie ordnen sie sich nur dominanten Familienmitgliedern unter; andere, die in der „Hackordnung“ unter ihnen stehen, werden nicht respektiert. Zu Anfang wird der Hund das Baby vermutlich als untergeordnet einsortieren und dies vielleicht auch zeigen. Auf Zeichen von Aggressivität wie Knurren, Schnappen oder angelegte Ohren müssen Sie also besonders achten. Solche Verhaltensweisen sollten Sie sofort korrigieren, nicht bestrafen! Hunde mit einer sehr starken Bindung zu ihrem Besitzer können auch mit Depressionen und Essensverweigerung auf den Zuwachs reagieren.

Günstig ist es, mit Hunden schon vor dem Familienzuwachs zu trainieren: möglicherweise braucht der Hund einen neuen Sitzplatz im Wohnzimmer, damit er genügend Abstand vom Baby halten kann; später aber auch seine Rückzugsmöglichkeit hat. An Kindergeräusche kann man Hund ebenfalls schon vorher gewöhnen, z.B. indem man (eingezäunte) Schulhöfe, Kindergärten oder Spielplätze aufsucht und dort das Ruhig-Aushalten trainiert. Ebenfalls ist es jetzt Zeit, die Grundregeln des Gehorsams (Sitz, Platz, Bleib und Komm) so zu trainieren, daß sie sicher sitzen. Mit Sitz, Platz und Bleib können Sie später Ihren Hund in der Wohnung beliebig positionieren.
Katzen haben ein weniger ausgeprägtes Sozialverhalten als Hunde und werden das Baby wahrscheinlich eher ignorieren. Da sie kein besonderes Verhalten innerhalb einer Gruppe zeigen, werden Katzen auch nicht mit Aggressivität auf den Zuwachs reagieren. Eher ist bei Katzen, die eine enge Beziehung zu ihrem „Dosenöffner“ haben, mit Verkriechen oder Essensverweigerung zu rechnen, wenn sie sich vernachlässigt fühlen. Katzen empfinden jedoch das Zusammenleben mit Kindern vor allem dann anstrengend, wenn sie von ihnen gehänselt werden.

Kleinkinder bis zum Alter von ca. 3 Jahren können sich nicht in andere Lebewesen hineinversetzen. Es kann passieren, daß sie ohne böse Absicht den Hund schlagen, am Ohr ziehen, am Fell rupfen oder sogar beissen: Der Hund erschreckt sich oder hat Angst und setzt sich instinktiv zur Wehr. Das tut er - wie Hunde das nun mal machen - durch Knurren, Schnappen oder Beissen.  Grundsätzlich gilt: Der Hund darf nie mit dem Baby oder dem Kleinkind allein gelassen werden! Für kleine Hunde reichen zu Sicherheit Babygatter aus, größere Hunde könne z.B. durch "Mückentüren" vom Besuch des Kinderzimmers abgehalten werden, wenn das Baby unbeaufsichtigt ist.
Älteren Kindern müssen Sie unbedingt beibringen, wie man ein Haustier behandelt und respektiert, daß es Schmerz empfindet und sich einsam fühlt, wenn sich keiner um es kümmert - genau wie Menschen! Erklären Sie ihnen, daß Hunde und Katzen von Natur aus jagen, fangen, festhalten. Spielerisches „An den Schwanz fassen“ oder „Durch den Garten rennen“ kann für das Haustier eine willkommene Einladung zum Schlagen, Jagen und Springen sein.

Die erste Begegnung des Haustieres mit einem Baby sollten Sie etwas vorbereiten: Erlauben Sie ihm, noch bevor das Baby nach Hause kommt, das Kinderzimmer genau zu inspizieren, und lassen Sie es an Kleidung und Babypuder schnüffeln. Wenn das Tier zum ersten Mal einen „kleinen Menschen“ sieht, sollten Sie die beiden für eine Weile gewissenhaft beobachten. Dabei ist wichtig, daß ein Hund erst dann das Baby näher inspizieren darf, wenn er keine Aufregung mehr zeigt. Aber: Eltern, die ihr Kind panisch vor dem Haustier wegziehen, vermitteln eher den Eindruck, als sei das Baby eine Bedrohung für den Vierbeiner. Im Allgemeinen gilt, daß es dort, wo Kinder und Tiere gemeinsam aufwachsen, normalerweise keine Probleme gibt. Aber leider gibt es auch Tiere, die trotz dieser Maßnahmen Kinder nie akzeptieren. Zum Beispiel könnte es problematisch sein, wenn Ihr Tier in der Vergangenheit schlechte Erfahrungen - nicht nur mit Kindern - gemacht hat. Lassen Sie Ihr Tier deshalb jetzt spüren, daß es nicht ersetzt worden ist. Tiere fürchten sich davor, verlassen oder zurückgewiesen zu werden, wenn plötzlich die Aufmerksamkeit auf das Baby gerichtet ist. Planen Sie regelmäßig Zeit für Ihr Tier ein, in der Sie gemeinsame Spaziergänge machen, spielen oder schmusen.

Wenn Sie soweit voraus planen können: schaffen Sie sich am besten gleich einen kinderlieben Hund
an. Nicht alle Rassen sind das von Natur aus.

Denken Sie daran, daß Ihr Tier in den meisten Fällen Ihr erstes "Baby" war und nicht versteht, wenn es auf einmal nicht mehr die Nummer Eins ist. Geben Sie ihm das Gefühl, genauso geliebt zu werden wie zuvor.


 
 
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