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Krankenversicherungen für Tiere - was würde Herr Kaiser dazu sagen?

Tierkrankenversicherungen sind von der Idee her eine tolle Sache: Da Tiere ja  Privatpatienten sind,  zahlt weder die AOK noch die BKK und bei einem Unfall hilft Ihnen auch nicht der ADAC. Tierarztrechnungen gehen zu Lasten Ihres Portemonnaies. Da ist die Idee, die Kosten  erstattet zu bekommen, eine verlockende Sache. Besonders dann, wenn es mal wieder dicke kommt.
Der Haupthaken an der Sache ist: Tierkrankenversicherungen kosten Geld. Und das wird Ihnen nicht vom Bruttolohn abgezogen, wie Ihre eigene Krankenversicherung, sondern vom Nettolohn, also von dem, was übrig bleibt. Und wer gibt da  schon gerne was ab!
Je nach Tierart und Rasse Ihres Lieblings müssen Sie zwischen 1/2 € und 1,50 € pro Tag investieren, um Ihr Tier ordentlich zu versichern. Das ist meist  weniger, als Sie für die Futterkosten rechnen müssen. In meinen Augen also gar nicht mal so teuer.

Zwei Dinge vielleicht noch vorweg:

 



  • Haustiere sind Luxus. Alle mit der Tierhaltung verbundenen Kosten bezahlen Sie von dem, was Sie "zuviel" in der Tasche haben. Neben Futterkosten, Haftpflichtversicherung, Katzenstreu und Hundesteuer, Tierpension in den Sommerferien und Spielzeug sind das eben auch die Tierarztrechnungen.


  • Tierärzte sind teuer, manchmal sogar teurer als Menschenärzte. Das hat jetzt ausnahmsweise mal nichts damit zu tun, daß Tiere Luxus sind und Luxus teuer ist, sondern beispielsweise damit, daß der Aufwand bei der Untersuchung, Behandlung oder bei der Operation manchmal deutlich höher ist, als bei Menschenärzten. Einige Beispiele:


1.
Tiere sagen nichts: Der Untersuchungsaufwand, um an eine Diagnose zu kommen ist also zumindest theoretisch höher, als das beim Menschen der Fall ist. Der Gesetzgeber ist da besonders gnadenlos bei den Untersuchungsgebühren für die kleinen Heimtiere wie z.B. Meerschweinchen oder Hamster.

2.
Menschen haben kein Fell: Im Falle einer Operation ist der Aufwand für die Narkosevorbereitung also Waschen, Rasieren, Desinfizieren etc. bei den Tieren deutlich höher, als bei Menschen. Da der Gesetzgeber so etwas überhaupt nicht honoriert, schlägt sich dieser Aufwand in den allgemeinen Betriebskosten einer Praxis nieder. Wenn der Tierarzt (oder sein Steuerberater) rechnen kann, dann legt er diese Kosten auf alle Patienten um. Wenn nicht, dann geht er irgendwann pleite. Und damit wäre Ihnen dann auch nicht geholfen.

3.
Menschen halten still: ein Zahnarzt beispielsweise macht für eine Überkronung oder für das Zahnsteinentfernen keine Narkose. Sein Patient macht einfach den Mund auf. Das hat den weiteren Vorteil, daß der Zahnarzt seinen Patienten Geschichten ohne Widerrede erzählen kann - und das auch gerne mal tut. Tiere brauchen für solche Eingriffe in der Regel eine Vollnarkose. Als Nachteil für den Tierarzt kommt hinzu, daß ein narkotisierter Patient zwar keine Widerworte gibt, aber auch nicht zuhört. Sie sehen: erschwerte Bedingungen.

4.
Auch Tiere haben eine GOÄ. Auch Tierärzte berechnen Ihnen nicht willkürlich, was ihnen gerade so in den Sinn kommt, sondern müssen sich an die Gebührenordnung für Tierärzte (GOT) halten. Das ist ein Bundesgesetz, also verbindlich für ganz Deutschland. Ja: sogar für Ihre Stadt! Und ganz vorne im Gesetz steht ausdrücklich nochmal drin, daß die Mindestsätze der Gebührenordnung nicht unterschritten werden dürfen. Manche Tierärzte würden das nämlich am liebsten machen. Dürfen sie aber nicht! Und tatsächlich ist es auch da wieder so, daß manche Verrichtungen bei Tieren teurer sind, wie beim Menschen. Andere sind wiederum billiger, als beim Menschen, z.B. das Fußnägelschneiden.


Nun also zur Krankenversicherung:
Tatsache ist: versicherte Tiere sind die ärztlich am besten versorgten Patienten. Weil es eben nicht drauf ankommt, was die Untersuchung heute kostet. Für uns Tierärzte gibt es also nichts Besseres: wir können uns auf unsere Arbeit konzentrieren, dürfen das machen, was für den Patienten am sinnvollsten ist - ohne Rücksicht auf den Kostenfaktor.
In der Praxis sieht das so aus, daß Sie von uns eine detaillierte Abrechnung bekommen, diese beispielsweise mit Ihrer Kreditkarte bezahlen und sich dann die Kosten von der Versicherung erstatten lassen. Die Versicherungen zahlen i.d.R. sehr schnell, schneller, als Ihr Konto mit der Zahlung belastet wird. Ich rate im Übrigen nicht zu dem Automatismus, die Rechnung direkt vom Tierarzt an die Versicherung einreichen zu lassen: Viele Versicherungen haben Rückerstattungen oder Boni eingebaut, wenn mal ein Jahr lang nichts eingereicht wird. Das Einreichen will also zumindest kurz überlegt sein, ähnlich wie bei der KFZ-Versicherung.

Übrigens: wir nehmen von den Versicherungen keine Provisionen an.


Meine Empfehlung:


AGILA
oder Petplan: die Agila ist eine der erfahrensten Versicherungen am Markt. Petplan ist ein neuer Anbieter. Ein Vergleich lohnt sich.
Ein Versicherungsvergleich z.B. bei Comfortplan zeigt Ihnen in einer Tabelle die verschiedenen Tarife und listet die Inhalte der Verträge auf übersichtliche Weise auf. Hier können Sie sich im Internet bequem einen Überblick verschaffen.

Es gibt eine Krankenvollversicherung (Tierkrankenschutz) und gleichfalls eine OP-Kosten-Versicherung (OP-Kostenschutz). Die Vollversicherung deckt nahezu alle Tierarztkosten ab, gleichgültig, ob es sich um Operationen, Untersuchungen oder Behandlungen handelt. Beide Versicherungen decken die Tierarztkosten bis zum 3-fachen Satz (Notdienst!) ab. Die Krankenversicherung ist jedoch budgetiert, also "gedeckelt". Hier müssen Sie also selbst nachrechnen, ob der Tarif für Sie lohnenswert ist. Unser Standardsatz ist z.Zt. im Übrigen 1,75 x GOT.

Eine
OP-Kosten-Versicherung deckt die "dicken Brocken" ab und ist auf jeden Fall empfehlenswert, zumindest für alle Freigänger.

Eher abraten möchten wir von:

  • Tarifen, die Kosten nur anteilig übernehmen: beispielsweise 80% des einfachen Satzes der Gebührenordnung. Die normalen Sätze der Tierärzte liegen inzwischen schon wieder über dem 1,5 fachen Satz, im Notdienst auch bis zum 3 fachen Satz. Sie können sich leicht ausrechnen, daß Sie in einem solchen Fall selbst mehr dazu bezahlen, als Sie erstattet bekommen.

  • jungen Versicherungen am Markt: Erfahrungsgemäß ist der Versicherungsmarkt eher klein, so dass sich auch große Gesellschaften gerne nach einigen Jahren wieder aus dem Geschäft zurück ziehen. So geschehen zum Beispiel bei AXA-Tierpartner: Die Verträge wurden gekündigt.


Außerdem sollten Sie unbedingt darauf achten, daß die Versicherungsgesellschaft auf ihr Kündigungsrecht verzichtet.
Tiere werden alt und erst im Alter richtig teuer. Da müssen Sie darauf bauen können, daß Sie die Versicherung auch weiter betreut. Werden Sie gekündigt, ist Ihr Tier aufgrund des Alters dann oft auch nicht mehr bei anderen Gesellschaften versicherungsfähig. Tendenzen, sich von "Altlasten" zu trennen, zeigen in Einzelfällen einzelne Versicherer. Oft bekommen Sie sogleich einen neuen Vertrag angeboten, jedoch zu einem höheren Beitragssatz (in Einzelfällen bis zu 100% Aufschlag (!)) und zu beschnittenen Leistungen. Beispielsweise wurde in einem Fall aus meiner Klientel der Versicherungsschutz von € 2000,- auf € 600,- abgesenkt. Der Beitragssatz lag danach bei rund 50,- € im Monat: das macht dann aber auch € 600,- im Jahr.) Ob sich hier eine Weiterversicherung noch lohnt, bleibt dahingestellt.

 
 
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