
Die Geburt eines Babies ist immer ein wundervolles, freudiges Ereignis für die Familie. Ein Familienmitglied jedoch braucht jetzt besondere Aufmerksamkeit und viel Verständnis, um mit dem Zuwachs klarzukommen: das Haustier.
Vor allem Hunde finden es verwirrend und bedrohlich, wenn
plötzlich
ein Baby auftaucht. Denn Hunde haben ihr eigenes Sozialverhalten: In
ihrer
Hierarchie ordnen sie sich nur dominanten Familienmitgliedern unter;
andere,
die in der „Hackordnung“ unter ihnen stehen, werden nicht respektiert.
Zu Anfang wird der Hund das Baby vermutlich als untergeordnet
einsortieren
und dies vielleicht auch zeigen. Auf Zeichen von Aggressivität wie
Knurren, Schnappen oder angelegte Ohren müssen Sie also besonders
achten. Solche Verhaltensweisen sollten Sie sofort korrigieren, nicht
bestrafen!
Hunde mit einer sehr starken Bindung zu ihrem Besitzer können auch
mit Depressionen und Essensverweigerung auf den Zuwachs reagieren.
Günstig ist es, mit Hunden schon vor dem Familienzuwachs zu
trainieren: möglicherweise braucht der Hund einen neuen Sitzplatz
im Wohnzimmer, damit er genügend Abstand vom Baby halten kann;
später aber auch seine Rückzugsmöglichkeit hat. An
Kindergeräusche kann man Hund ebenfalls schon vorher
gewöhnen, z.B. indem man (eingezäunte) Schulhöfe,
Kindergärten oder Spielplätze aufsucht und dort das
Ruhig-Aushalten trainiert. Ebenfalls ist es jetzt Zeit, die Grundregeln
des Gehorsams (Sitz, Platz, Bleib und Komm) so zu trainieren, daß
sie sicher sitzen. Mit Sitz, Platz und Bleib können Sie
später Ihren Hund in der Wohnung beliebig positionieren.
Kleinkinder bis zum Alter von ca. 3 Jahren können sich nicht in
andere Lebewesen hineinversetzen. Es kann passieren, daß sie ohne
böse Absicht den Hund schlagen, am Ohr ziehen, am Fell rupfen oder
sogar beissen: Der Hund erschreckt sich oder hat Angst und setzt sich
instinktiv zur Wehr. Das tut er - wie Hunde das nun mal machen - durch
Knurren, Schnappen oder Beissen. Grundsätzlich gilt: Der
Hund darf nie mit dem Baby oder dem Kleinkind allein gelassen werden!
Für kleine Hunde reichen zu Sicherheit Babygatter aus,
größere Hunde könne z.B. durch "Mückentüren"
vom Besuch des Kinderzimmers abgehalten werden, wenn das Baby
unbeaufsichtigt ist.
Älteren Kindern müssen Sie unbedingt beibringen, wie
man ein Haustier behandelt und respektiert, daß es Schmerz
empfindet
und sich einsam fühlt, wenn sich keiner um es kümmert - genau
wie Menschen! Erklären Sie ihnen, daß Hunde und Katzen von
Natur
aus jagen, fangen, festhalten. Spielerisches „An den Schwanz fassen“
oder
„Durch den Garten rennen“ kann für das Haustier eine willkommene
Einladung
zum Schlagen, Jagen und Springen sein.
Die erste Begegnung des Haustieres mit einem Baby sollten Sie
etwas vorbereiten: Erlauben Sie ihm, noch bevor das Baby nach Hause
kommt,
das Kinderzimmer genau zu inspizieren, und lassen Sie es an Kleidung
und
Babypuder schnüffeln. Wenn das Tier zum ersten Mal einen „kleinen
Menschen“ sieht, sollten Sie die beiden für eine Weile
gewissenhaft
beobachten. Dabei ist wichtig, daß ein Hund erst dann das Baby
näher inspizieren darf, wenn er keine Aufregung mehr zeigt. Aber:
Eltern, die ihr Kind panisch vor dem Haustier
wegziehen,
vermitteln eher den Eindruck, als sei das Baby eine Bedrohung für
den Vierbeiner. Im Allgemeinen gilt, daß es dort, wo Kinder und
Tiere
gemeinsam aufwachsen, normalerweise keine Probleme gibt. Aber leider
gibt
es auch Tiere, die trotz dieser Maßnahmen Kinder nie akzeptieren.
Zum Beispiel könnte es problematisch sein, wenn Ihr Tier in der
Vergangenheit
schlechte Erfahrungen - nicht nur mit Kindern - gemacht hat. Lassen Sie
Ihr Tier deshalb jetzt spüren, daß es nicht ersetzt worden
ist.
Tiere fürchten sich davor, verlassen oder zurückgewiesen zu
werden,
wenn plötzlich die Aufmerksamkeit auf das Baby gerichtet ist.
Planen
Sie regelmäßig Zeit für Ihr Tier ein, in der Sie
gemeinsame
Spaziergänge machen, spielen oder schmusen.
Wenn Sie soweit voraus planen können: schaffen Sie sich am
besten gleich einen kinderlieben Hund
an.
Nicht alle Rassen sind das von Natur aus.
Denken Sie daran, daß Ihr Tier in den meisten Fällen Ihr erstes "Baby" war und nicht versteht, wenn es auf einmal nicht mehr die Nummer Eins ist. Geben Sie ihm das Gefühl, genauso geliebt zu werden wie zuvor.