Sie empfinden die Frage als provokant? War aber gar
nicht
so gemeint! Hundezähne müssen ein Hundeleben lang
durchhalten,
denn dritte Zähne für den Hund - die gibt es nun wirklich
noch
nicht. Ein Hundeleben berechnen wir heute im Durchschnitt mit 15
Jahren,
ein bißchen Zahnpflege tut also not.

Das größte Problem im Hundegebiß ist sicher
der Zahnstein. Unter Zahnstein versteht man feste, mineralisierte
Beläge
an den Zahnrändern, also am Übergang zum Zahnfleisch.
Zahnstein besteht aus den bakteriellen Zahnbelägen und den
Mineralien
aus dem Speichel. Das geht wie in der Tropfsteinhöhle: Dort, wo
Speichel
aus den Speichelgänge über die Zähne fließt,
lagern
sich die Mineralien an den Zahnbelägen ab. Den meisten Zahnstein
findet
man also dort, wo die Speichelgänge münden: an der
Außenseite
der Backenzähne und Eckzähne und an der Innenseite der
Schneidezähne.
Hat sich der Zahnstein erst einmal mineralisch verfestigt, hilft Putzen
nur noch wenig: Die Beläge backen fest am Zahnschmelz an. Die
schonendste
Methode ist dann die Entfernung mit dem Ultraschall-Zahnstein-Entferner
beim Tierarzt. Im Mittel müssen Sie bei Hund und Katze alle 3-4
Jahre
mit solch einer Prozedur rechnen. Mit großen individuellen
Unterschieden.
Und mit rassebedingten: am stärksten betroffen sind sicher
Yorkshire
- Terrier und Pudel. Beim Yorkshire-Terrier speziell ist damit zu
rechnen,
daß häufig in 9-monatigem Rhythmus der Zahnstein entfernt
werden
muß.
Ein kleiner Tip: die Asterix-Bärte von Yorks un
die
"Schäfchenfrisur" der Pudel scheinen die Mundhygiene deutlich
zu verschlechtern: die Tiere kauen ständig auf den Barthaaren
herum.
Außerdem ist der Bart nach dem Essen mit Futterresten
verschmutzt.
Hier hilft nur regelmäßiges Waschen nach dem Essen inclusive
einer Mundspülung sowie mehrmals tägliches Kämmen. ODER:
lassen Sie den Bart stutzen: So schlimm sieht das nun auch nicht aus.
Nicht
umsonst kennt der "klassische" Pudelschnitt nur stoppelkurze
Barthaare.
Der Zahnstein sitzt immer an der gleichen Stelle: am Übergang
von Zahn zu Zahnfleisch. Dies ist die Stelle, die am schlechtesten
durch
das Kauen und Lecken ge"putzt" wird. Und: durch die Ablagerung
von Zahnstein weicht das Zahnfleisch langsam zurück: es entstehen
Zahntaschen". Dies führt schließlich zur Lockerung des
ganzen Zahns. Leider finden wir dieses späte Stadium der
Zahnfacherkrankung
immer noch häufig bei unseren Hundepatienten vor: Ein Zeichen,
daß
uns der Hund einfach zu spät zum Zahnsteinentfernen vorgestellt
wurde!
Und noch ein Aspekt sollte Sie zum rechtzeitigen Entfernen des
Zahnsteines
animieren:
Zähne haben den glatten, schützenden Zahnschmelz nur
an
den Flächen, die aus dem Zahnfleisch herausgucken. Wurden durch
die
Zahntaschen Teile der Zahnwurzel freigelegt, so guckt hier dann das
knöchrig-rauhe
Zahnbein an die Oberfläche. Und an diesen rauhen Zahnteilen
lagert sich der Zahnstein umso schneller und fester ab. Also: Helfen
Sie
aktiv mit, die Zahntaschenbildung zu vermeiden: Putzen Sie die
Zähne
Ihres Hundes regelmäßig!
Zum Zähneputzen brauchen Sie Ihre Finger und
Ihrem
Hund. Mehr nicht. Da Sie Ihre Finger in den Mund des Hundes reinstecken
müssen, möchten wir Sie darum bitten, diesen Vorgang schon
beim
kleinen Welpen zu üben. Alle zwei Tage. Was Sie tun sollen ist
einfach:
Sie sollen die Zähne bei geschlossenem Maul auf der Aussenseite
abrubbeln.
Sie brauchen die Kiefer nicht zu öffnen, die Verletzungsgefahr ist
so minimiert. Da die Hauptmengen der Zahnbeläge eh an der
Außenseite
der Zähne sind (innen kann der Hund mit seiner Zunge selbst ein
wenig
putzen), reicht es auch, die Außenseite abzurubbeln.
Die beste Zahnbürste ist Ihr Finger. Warum empfehlen wir keine
Zahnbürsten?
Das Zahnfleisch der Hunde ist extrem empfindlich, verglichen mit
unserem.
Zahnbürsten, selbst die weichen, führen relativ schnell zum
Zahnfleischbluten.
Zahnbürsten können Sie also nur einsetzen, wenn Ihr Hund das
Zähnerubbeln bereits gewöhnt ist. Besondere Vorsicht ist bei
den kleinen Aufsteckzahnbürsten für die Finger angebracht.
Lassen
Sie sich dieses Zubehör nur verkaufen, wenn Sie sicher sind,
daß
Ihr Tierarzt eine verschluckte Zahnbürste aus dem Magen auch
wieder
herausholen kann...
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Zum Üben erstmal gar keine. Erst wenn der Hund sich den Vorgang
des
Puzten gefallen lässt, kommen die Zahnpasten zum Einsatz.
Während die Zahnpasten für Menschen meistens gründlich
schäumen
und die Geschmäcker auf Minze ausgerichtet sind (Menschen stehen
offensichtlich
auf Minze), schäumen Hundezahnpasten nicht und schmecken nach
Knochen
oder besser noch nach Hühnchen oder Rindfleisch ( Katzen hingegen
stehen eher auf Malzgeschmack, auch dafür gibt es das
entsprechende
Präparat).
Außerdem sind in der Hundezahnpasta Schleifmittel enthalten,
damit
wird das Rubbeln mit dem Finger verstärkt.
Sehr gut zu bewerten sind sog. C.E.T.-Zahnpasten ( gibt's beim Tierarzt):
dies sind Präparate, die zusätzlich Enzyme enthalten, die die
Zahnbeläge abbauen: hier reicht schon intensives Auftragen, das
Rubbeln
kann entfallen.
Zusammenfassend kann man sagen: Menschenzahnbürsten und
Menschenzahnpasten
sind für Hunde nicht geeignet.
Vor allem Katzen sind in dieser Hinsicht extrem kritisch: Selbst
gewiefte Tierarzthelferinnen müssen bei Katzen meist passen: Die
Tiere
haben einfach anders definierte Hygienestandards. Für solche
Problemfälle
gibt's den Zahnpflegekaugummi. Kein Scherz!
Hunde kauen schrecklich gern auf etwas herum, beispielsweise
können
sie sich stundenlang mit ihren Kauknochen beschäftigen. Der
Putzeffekt
von Kauknochen ist jedoch nahezu gleich Null. Also lässt man die
Tiere
auf speziell geformte Teile beissen: z.B. auf den Rask-Knochen aus dem
Supermarkt, oder auf regelrechte Kaugummis mit dem C.E.T.-System (
gibt's
bei uns).
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Für die Katze schließlich gibt es Kau-Röllchen,
ebenfalls mit C.E.T., die aus ihrer Katze einen fleissigen
Zähneputzer
machen, vorausgesetzt ihre Katze mag den Fischgeschmack.
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Das wäre vielleicht etwas übertrieben. Wir Tierärzte geben uns schon zufrieden, wenn Sie Ihr Tier jeden Tag 1 x zum Zähneputzen anhalten.Und dann werden Sie auch nie mehr "Stinker" zu ihm sagen. ("Stinker" ist übrigens der verbreitetste Kosename für unsere Hunde! Warum wohl?)