Die Kleintierpraxis in Wesseling - Zeit
für Deine Freunde
Krankenversicherungen
für Tiere - was würde Herr Kaiser dazu sagen?
von Malte F.
Kubinetz
Tierkrankenversicherungen
sind von der Idee her eine tolle Sache: Da Tiere ja
Privatpatienten sind, zahlt weder die AOK noch die BKK und bei
einem Unfall hilft Ihnen auch nicht der ADAC. Tierarztrechnungen gehen
zu Lasten Ihres Portemonnaies. Da ist die Idee, die Kosten
erstattet zu bekommen, eine verlockende Sache. Besonders dann, wenn es
mal wieder dicke kommt.
Der Haupthaken
an der Sache ist: Tierkrankenversicherungen kosten Geld. Und das wird
Ihnen nicht vom Bruttolohn abgezogen, wie Ihre eigene
Krankenversicherung, sondern vom Nettolohn, also von dem, was
übrig bleibt. Und wer gibt da schon gerne was ab!
Je nach Tierart
und Rasse Ihres Lieblings müssen Sie zwischen 1/2 € und 1,50 € pro
Tag investieren, um Ihr Tier ordentlich zu versichern. Das ist
meist
weniger, als Sie für die Futterkosten rechnen müssen. In
meinen Augen also gar nicht mal so teuer.
Zwei
Dinge
vielleicht noch vorweg:
- Haustiere sind Luxus.
Alle mit der Tierhaltung verbundenen Kosten
bezahlen Sie von dem, was Sie "zuviel" in der Tasche haben. Neben
Futterkosten, Haftpflichtversicherung, Katzenstreu und Hundesteuer,
Tierpension in den Sommerferien und Spielzeug sind das eben auch die
Tierarztrechnungen.
- Tierärzte sind teuer,
manchmal sogar teurer als
Menschenärzte. Das hat jetzt ausnahmsweise mal nichts damit
zu
tun, daß Tiere Luxus sind und Luxus teuer ist, sondern
beispielsweise
damit, daß der Aufwand bei der Untersuchung, Behandlung oder bei
der Operation manchmal deutlich höher ist, als bei
Menschenärzten. Einige Beispiele:
- Tiere sagen nichts: Der
Untersuchungsaufwand, um an eine Diagnose
zu kommen ist also zumindest theoretisch höher, als das beim
Menschen der Fall ist. Der Gesetzgeber ist da besonders gnadenlos bei
den Untersuchungsgebühren für die kleinen Heimtiere wie z.B.
Meerschweinchen oder Hamster.
- Menschen haben kein Fell:
Im Falle einer Operation ist der
Aufwand für die Narkosevorbereitung also Waschen, Rasieren,
Desinfizieren etc. bei den Tieren deutlich höher, als bei
Menschen. Da der Gesetzgeber so etwas überhaupt nicht honoriert,
schlägt sich dieser Aufwand in den allgemeinen Betriebskosten
einer Praxis nieder. Wenn der Tierarzt (oder sein Steuerberater)
rechnen
kann, dann legt er diese Kosten auf alle Patienten um. Wenn nicht, dann
geht er irgendwann pleite. Und damit wäre Ihnen dann auch nicht
geholfen.
- Menschen halten still:
ein Zahnarzt beispielsweise macht für
eine Überkronung oder für das Zahnsteinentfernen keine
Narkose. Sein Patient macht einfach den Mund auf. Das hat den weiteren
Vorteil, daß der Zahnarzt seinen Patienten Geschichten ohne
Widerrede erzählen kann - und das auch gerne mal tut. Tiere
brauchen für solche Eingriffe in der Regel eine Vollnarkose. Als
Nachteil für den Tierarzt kommt hinzu, daß ein
narkotisierter Patient zwar keine Widerworte gibt, aber auch nicht
zuhört. Sie sehen: erschwerte Bedingungen.
- Auch Tiere haben eine GOÄ.
Auch Tierärzte berechnen Ihnen nicht willkürlich, was
ihnen gerade so in den Sinn kommt, sondern müssen sich an die
Gebührenordnung für Tierärzte (GOT) halten. Das ist ein
Bundesgesetz, also verbindlich für ganz Deutschland. Ja: sogar
für Ihre Stadt! Und ganz vorne im Gesetz steht ausdrücklich
nochmal drin, daß die Mindestsätze der Gebührenordnung
nicht unterschritten werden dürfen. Manche Tierärzte
würden das nämlich am liebsten machen. Dürfen sie aber
nicht! Und tatsächlich ist es auch da wieder so, daß manche
Verrichtungen bei Tieren teurer sind, wie beim Menschen. Andere sind
wiederum billiger, als beim Menschen, z.B. das
Fußnägelschneiden.
Nun also zur
Krankenversicherung: Tatsache ist: versicherte
Tiere sind die ärztlich am besten versorgten Patienten.
Weil es eben nicht drauf ankommt, was die Untersuchung heute kostet.
Für uns Tierärzte gibt es also nichts Besseres: wir
können uns auf unsere Arbeit konzentrieren, dürfen das
machen, was für den Patienten am sinnvollsten ist - ohne
Rücksicht auf den Kostenfaktor.
In der Praxis sieht das so aus, daß Sie von uns eine detaillierte
Abrechnung bekommen, diese beispielsweise mit Ihrer Kreditkarte
bezahlen und sich dann die Kosten von der Versicherung erstatten
lassen. Die Versicherungen zahlen i.d.R. sehr schnell, schneller, als
Ihr Konto mit der Zahlung belastet wird. Ich rate im Übrigen nicht
zu dem Automatismus, die Rechnung direkt vom Tierarzt an die
Versicherung einreichen zu lassen: Viele Versicherungen haben
Rückerstattungen oder Boni eingebaut, wenn mal ein Jahr lang
nichts eingereicht wird. Das Einreichen will also zumindest kurz
überlegt sein, ähnlich wie bei der KFZ-Versicherung.
Zu den empfehlenswerten Versicherungsgesellschaften:
AGILA
/ Fressnapf: die Agila ist eine der erfahrensten Versicherungen am
Markt. Neuerdings gibt es einen Exclusiv-Tarif für
Tierarzt-Kunden. Es gibt eine
Krankenvollversicherung (KrankenschutzPLUS) und gleichfalls eine
OP-Kosten-Versicherung (OperationskostenPLUS).
Die Vollversicherung deckt nahezu alle Tierarztkosten ab,
gleichgültig, ob es sich um Operationen, Untersuchungen oder
Behandlungen handelt. Ausserdem enthält die Versicherung ein
Extrakontingent für Vorsorgemaßnahmen, für Impfungen,
für Geriatriechecks sowie eine Kostenbeteiligung bei der
Kastration und Sterilisation, sodaß sich dieser Tarif auch schon
in jungen Jahren bezahlt macht.
In der OP - Versicherung ist
ein Eigenanteil von 20% der
Tierarztkosten vorgesehen (Erstattungsleistung: 80 % vom bis zu
zweifachen Satz, in Notfällen bis zum 3-fachen Satz). Hier
müssen Sie also selbst nachrechnen, ob der
Tarif für Sie lohnenswert ist. Unser
Standardsatz ist z.Zt. im Übrigen 1,7 x GOT.
Die
OP-Kosten-Versicherung deckt die "dicken Brocken" ab und ist auf
jeden Fall empfehlenswert, zumindest für alle Freigänger.
AXA Tierpartner: ist noch relativ neu auf dem
Markt. Die Tarife arbeiten mit einer Praxisgebühr, was m.E. ein
Garant für stabile Preise sein könnte.
Ansonsten werden auch hier nahezu alle Kosten beim Tierarzt erstattet.
Allianz: Bei dem neuesten Anbieter ist
ein Eigenanteil von 20% der
Tierarztkosten vorgesehen (Erstattungsleistung: 80 % vom bis zu
zweifachen Satz). Hier müssen Sie also selbst nachrechnen, ob der
Tarif für Sie lohnenswert ist. Unser
Standardsatz ist z.Zt. im Übrigen 1,7 x GOT.
Antragsformulare von allen Gesellschaften finden Sie in unserer Praxis.
Eher abraten möchten wir von Tarifen, die Kosten nur
anteilig übernehmen:
beispielsweise 80% des einfachen Satzes der
Gebührenordnung. Die normalen Sätze der Tierärzte liegen
inzwischen schon wieder über dem 1,5 fachen Satz, im Notdienst
auch bis zum 3
fachen Satz. Sie können sich leicht ausrechnen, daß Sie in
einem solchen Fall selbst mehr dazu bezahlen, als
Sie
erstattet bekommen. **
** Liebe Kunden: aufgrund eines
Rechtsstreites mit der Prevet (Helvetia) beziehen wir zu deren
Versicherung zur Zeit keine Stellung. Wir melden uns, wenn das
Verfahren beendet ist.
Außerdem sollten Sie unbedingt darauf achten, daß die
Versicherungsgesellschaft auf ihr Kündigungsrecht verzichtet.
Tiere werden alt und erst im Alter richtig teuer. Da müssen Sie
darauf bauen können, daß Sie die Versicherung auch weiter
betreut. Werden Sie gekündigt, ist Ihr Tier aufgrund des Alters
dann oft auch nicht mehr bei anderen Gesellschaften
versicherungsfähig. Tendenzen, sich von "Altlasten" zu trennen,
zeigen in Einzelfällen einzelne Versicherer. Oft
bekommen Sie sogleich einen neuen Vertrag angeboten, jedoch zu einem
höheren Beitragssatz.
Wenn Sie bis hierher mitgelesen haben, aber trotzdem eine
regelmässige monatliche Belastung scheuen, dann könnte eine
Alternative für Sie unsere Kundenkarte
sein:

Hier zahlen Sie nur dann, wenn Sie tatsächlich Leistungen in
Anspruch nehmen, dies jedoch in bequemen monatlichen Raten ab € 13,-.
Ist Ihr Tier gesund, "ruht" Ihre Karte.