
Kennen Sie die
Zahnfee?
Nein – nicht die Mutter von Prince Charming! Sondern die gute Fee, die
die
herausgefallenen Milchzähne meiner Sprösslinge eingesammelt
hat. Das geht so:
Man nehme einen Milchzahn (herausgefallen oder –gerissen – egal!) und lege ihn wahlweise unter das Kopfkissen, auf das Nachtschränkchen oder die Fensterbank. Manchmal ist es besonders wirkungsvoll, noch ein Glas Milch dazuzustellen. Dann Schlafengehen! Am nächsten Morgen ist der Zahn verschwunden, die Milch ausgetrunken und dafür liegt ein Geldstück oder ein kleines Spielzeug am Platz. Mein Sohn findet´s Klasse.
Was aber macht
die Zahnfee
nur mit all´den Zähnen?
Die Tochter
meiner besten
Freundin weiß zu berichten, daß die Zahnfee sich daraus ein
Schloß baut. Ein
kühner Plan. „Na, da kann sie aber mal noch ein paar Jahrtausende
Zähne
abholen“, werden Sie denken. Ich fürchte, das hat die Zahnfee
inzwischen auch
gemerkt. Denn sie hat sich offensichtlich ein weiteres
Betätigungsfeld gesucht:
bleibende Zähne ansonsten gesunder, erwachsener Katzen!
Wie das?
Bei Katzen gibt
es nämlich
ein Phänomen, das sich FORL nennt und bei dem bleibende, also
erwachsene Zähne
wie die Milchzähne plötzlich wacklig werden und rausfallen.
Das ist der Grund,
warum viele alte und uralte Katzen sowenig Zähne haben. Manchmal
sogar gar
keine.
Umso gemeiner
ist das, weil
Katzen ohnehin wenig Zähne haben, nämlich nur 30. Hunde
beispielsweise haben 42
Zähne.
Vom Begriff
„Zahnhalskaries“ sind wir Tiermediziner abgerückt, wenn wir dieses
Phänomen
beschreiben. Denn es sind keine Kariesbakterien daran beteiligt. Die
Zähne
bauen sich sozusagen selber wieder ab, wenn sie raus wollen.
Ähnlich wie die
Milchzähne: wenn die rausfallen, sind die Wurzeln ja auch schon
abgebaut. Was
die Zahnfee abschleppt, sind nur die Kronen der (ehemalig bewurzelten)
Milchzähne. Unter dem Druck des nachwachsenden bleibenden Gebisses
baut der
Körper die Wurzeln wieder ab. Ähnlich
bei den Katzen: Auch hier baut der Körper den Zahn wieder ab,
Teile der Wurzel
jedenfalls, bis die Krone herausfällt. Nur kommt dann hier kein
neuer mehr
nach, sondern die Lücke.
Warum also
macht der
Katzenkörper das?
Der „Druck“
geht vom
entzündeten Zahnfleisch aus. Ursache der FORL ist also eine
Gingivitis, eine
Zahnfleischentzündung. Anfangs sieht man um den befallenen Zahn
herum geschwollenes,
gerötetes Zahnfleisch und ein kleines Zahnloch am Zahnfleischrand.
Das Loch
wird rasch größer, bis es sich quer durch das Zahnbein
durchgefressen hat.
Schließlich kippt die untertunnelte Zahnkrone aus der Zahnreihe
heraus.
Baumaterial für Feenhausen.
Wie konnte es
dazu kommen?
Wenn am Anfang
die
Zahnfleischentzündung, die Gingivitis gewesen ist, dann darf man
im
Umkehrschluß folgern: keine Gingivitis, keine Zahnfee. Und
tatsächlich: es gibt
richtig alte Katzen ohne Gingivitis mit vollzähligem Gebiss!
Die meisten
Katzen
schludern allerdings bei der Zahnhygiene und brauchen unsere Hilfe. (
Witzigerweise sind das häufig die Stubentiger.) Eine der
häufigsten Ursachen
für Gingivitis ist nämlich Plaque bzw. Zahnstein.
Wie Sie der
Katze die Zähne putzen können, sehen Sie hier:
Siet aber
einfacher aus, als es ist: Klicken Sie bitte auf das Bild um mehr
über das Zähneputzen zu erfahren! Das Material dafür
bekommen Sie bei uns.
Das ist der
Grund, weshalb
wir bei der Katze so oft wir können den Zahnbefund gradieren
(also die
Schwere des Plaque- oder Zahnsteinbefalls in ein Maßsystem
übersetzen) und
Ihnen dann rechtzeitig einen Termin zur Zahnreinigung vorschlagen.
Denn: einmal
begonnen lässt sich das Fortschreiten der FORL nicht mehr stoppen.
Wie von der
Zahnfee persönlich verhext.
Besprechen Sie mit uns also einmal die Optionen der
Vorbeuge.
Zahlen Sie nicht in die
Bausparkasse der Zahnfee! Investieren Sie lieber in ein gesundes
Gebiß Ihrer
Katze!
Sie hat nur
dieses. Oder wie man in Köln sagt: „Watt fott es, es fott!“