Wie oft muss ich eigentlich mein Tier
entwurmen?
Für Hund und Katze ist die Antwort relativ simpel: Machen
Sie den Test der ständigen Expertenkommission ESCCAP, dann wissen
Sie´s.
Falls Ihr Tier dran ist:
Wurmmittel bekommen Sie in unserer
Praxis. Anhand des Testergebnisses ermitteln wir auch gleich Ihren
Jahresbedarf und machen Sie damit unabhängig von uns, wenn Sie das
wünschen.
Wobei: Haben Sie Hund und/oder Katze, dann kann es Ihnen passieren,
daß Ihr Tier bis zu 12 x im Jahr entwurmt werden muss.
Umgerechnet auf die Lebenszeit sind das zwischen 60 und 180
Entwurmungen pro Tier. Leicht stellt sich da die Frage, ob das wirklich
sein muss.
Für meine Praxis ist die Antwort - wie fast immer -
etwas differenzierter:
Zunächst: die Wurmkur ist immer eine Therapie, keine Prophylaxe.
Will heißen: es werden nur Würmer erfasst, die zum Zeitpunkt
der Wurmkur auch da sind. Deshalb ist es so wichtig, das
Ansteckungsrisiko für das Tier zu kalkulieren. Das macht die
ESCCAP wirklich gut.
Trotzdem: in erster Linie machen Sie die Wurmkur nicht für Ihr
Tier, sondern für sich selbst und für Ihre Familie: Mir liegt
es wirklich sehr am Herzen, daß von Ihren kuscheligen
Mitbewohnern nicht mehr Ansteckungsgefahr ausgeht, als von einem
Stofftier. Versteht sich deshalb von selbst, daß nur dann eine
Wurmkur von uns als wirksam akzeptiert wird, wenn sie 100 % aller
Würmer im Tier beseitigt. 97% genügen nicht, denn dann
wäre ja noch eine Ansteckung für die Menschen möglich.
Vermeintlich besser verträgliche Naturprodukte, die Ihnen
als Wurmkurersatz angeboten werden bieten das gerade nicht und haben
daneben noch weitere Haken: sie enthalten beispielsweise
Laxantien, also Abführmittel
(z.B. Saponine - das ist der Grund warum Sie zuhause die grünen
Teile von Tomaten und Kartoffeln herausschneiden),
Halozinogene, also Drogen (z.b.
Myristizin - das ist der Grund, warum Ihre Kinder keine Muskatnuss
bekommen) sowie Substanzen, die gar nicht auf den Darm wirken, wie
Wermut oder Walnuss. Allen diesen Inhaltsstoffen ist gemein, daß
sie
überhaupt nicht
antiparasitisch wirksam sind, also den Körper nur
unnötig belasten. Antiparasitische Wirkstoffe in Naturprodukten,
wie z.B.
Neem (wirkt nur
äußerlich) oder
Thymian
sind hingegen in den therapeutischen Dosen so schlecht
verträglich, daß selbst die Naturmediziner von einer
Anwendung als Wurmkur abraten. Zudem: selbst wenn eine antiparasitische
Wirrkung dargelegt wurde, bedeutet das noch nicht automatisch,
daß das Kraut auch
alle
in der Katze resp. dem Hund vorkommende Würmer abdeckt. (Das gilt
im übrigen
auch für die
gern verwendete gelbe Wurmpaste!). Hier schließt sich dann
der Kreis.
Wir suchen Ihnen aus der beinahe unüberschaubaren Palette der
Wurmkuren die Präparate aus, die in Punkto Verträglichkeit,
Anwendungssicherheit und antiparasitischem Spektrum optimal für
Ihr Tier geeignet sind.
Eine Alternative haben wir trotzdem
für Sie: Wenn Sie Ihrem Tier die ewigen Wurmkuren ersparen
wollen, können Sie bei uns natürlich alternativ auch
regelmässig (in den von der ESCCAP vorgeschlagenen Intervallen)
den Stuhl Ihres Tieres untersuchen lassen.
Selbstkontrolle zuhause ist leider
nicht möglich: Selbst
wenn Sie regelmässig den Kot kontrollieren und dabei keine
Würmer feststellen, kann Ihr Tier stark verwurmt sein: Das
Ziel des Wurms ist es, im Darm zu bleiben. Würmer "steigen nur
aus", wenn der Darm von ihresgleichen überfüllt ist. Solche
Tiere sind dann bereits ernsthaft erkrankt. Dashalb suchen wir in der
Diagnostik auch nicht nach Würmern im Kot, sondern nach deren
Vermehrungsformen, den Eiern, Oozysten oder Segmenten. Diese sind zum
großen Teil aber nur 60 - 80 µm groß, also nur
mikroskopisch nach Anreicherung zu entdecken. Wir haben in unserem
Praxislabor mit "StatSpin" die Referenzmethode bei der
Parasitendiagnostik implementiert, sodaß wir Ihnen sichere
Ergebnisse in kurzer Zeit liefern können.
Eine Wurmkur würden
Sie dann ausschließlich bei einem Befund in unserem Labor
durchführen müssen.
Genug der Vorrede: Hier geht´s zum
ESCCAP - Link:
Für die anderen Lieblinge ist die Antwort viel aufwändiger.
Es gibt Tierarten, da ist eine Wurmkur saisonweise notwendig, dazu
gehören z.B. die Schildkröten, es gibt Tierarten, die werden
quasi im Bedarfsfall entwurmt, dazu gehören viele Käfigtiere,
viele andere Tierarten werden beim Erwerb entwurmt, manche gar nicht,
manche auch je nach dem unter welchen Umständen sie oder ihr
Besitzer lebt.
Zu gut deutsch:
fragen Sie uns.
Pressemitteilung
von Freitag, 11. März 2011
Rhein-Sieg-Kreis (hei) – Das Veterinäramt und das Gesundheitsamt
des Rhein-Sieg-Kreises weisen auf den hohen Befall von Füchsen im
Rhein-Sieg-Kreis mit dem auch für den Menschen gefährlichen
Kleinen Fuchsbandwurm (Echinococcus multilocularis) hin.
Hintergrund
ist eine aktuelle Mitteilung des Friedrich-Löffler-Instituts
für Tiergesundheit in Wusterhausen. Das Institut hatte 37 im Laufe
des vergangenen Jahres im linksrheinischen Rhein-Sieg-Kreis erlegte
Füchse untersucht, und dabei bei jedem zweiten Tier teilweise
erhebliche Befallsraten mit dem Erreger festgestellt. Diese liegen
deutlich über dem vom Ministerium für Klimaschutz,
Landwirtschaft, Umwelt und Verbraucherschutz des Landes NRW
angenommenen Verseuchungsgrad der Fuchspopulation von 30-40 Prozent.
Weil
sich über die mit dem Kot der infizierten Füchse
ausgeschiedenen Wurmeier Hunde und Katzen, aber auch der Mensch
infizieren können, möchte die Kreisverwaltung an dieser
Stelle wichtige Hinweise zum Umgang mit dem Erreger geben.
Insbesondere
sollten Hunde- und Katzenhalter ihre Tiere regelmäßig
entwurmen beziehungsweise durch regelmäßige Untersuchungen
sicherstellen, dass kein Befall vorliegt. Anderenfalls besteht die
Möglichkeit, dass Hunde und Katzen, bei denen ein Befall in der
Regel unbemerkt erfolgt, durch das Ausscheiden von Wurmeiern eine
Gefahr für den Menschen darstellen. Der Mensch zählt zwar
nicht zu den typischen Wirten des Fuchsbandwurmes, kann sich aber
dennoch durch die Aufnahme von Wurmeiern infizieren. Ein
regelmäßiger Besuch beim Tierarzt sollte daher für
jeden Hunde- und Katzenhalter die Regel sein.
Die
im menschlichen Körper aus dem Ei schlüpfenden Bandwurmlarven
beginnen im Lebergewebe wuchernde Zysten zu bilden und können in
seltenen Fällen in Bauchfell, Lunge und Gehirn streuen. Da das
Wachstum dieser Zysten außerordentlich langsam ist, zeigen sich
erste Symptome – meist Bauchschmerzen – oft erst bis zu 15 Jahre nach
der Infektion. Die Diagnose wird hauptsächlich mittels
Ultraschall-Untersuchungen und serologischen Blutuntersuchungen
gestellt. Die Behandlung erfolgt mit Medikamenten oder durch Operation.
Zum Glück ist die Erkrankung sehr selten: 2010 kam es im gesamten
Regierungsbezirk Köln nur zu sechs Erkrankungen, was dem
Bundesdurchschnitt entspricht.
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